Die derzeitige Krise an den Aktienmärkten, die aufgrund der Erdbebenkatastrophe in Japan und der steigenden Rohstoffpreise wegen der Unruhen in der arabischen Welt die Anleger verunsichert, könnte länger andauern als angenommen. Auch wenn die Zahlen vieler Unternehmen gut sind und der Optimismus langsam zurückkehrt, sind viele Experten noch zurückhaltend.
Die Börse läuft der wirtschaftlichen Entwicklung bekanntlich um etwa sechs Monate voraus. In diesem Fall erwarten uns wirtschaftlich gute Zeiten in diesem Jahr, aber es stellt sich auch hier die Frage, ob die Börsianer nicht zu zuversichtlich sind. Es gibt noch viele Fragezeichen und ungelösten Probleme, wie die Schuldenkrise einiger EU-Länder, die hohe Arbeitslosigkeit in den USA und die zunehmende Inflation in China. Auch die steigenden Rohstoff- und Lebensmittelpreise darf man nicht vergessen. Sie zählen zu den Hauptgründen für die Demonstrationen und Rebellionen in vielen arabischen Staaten.
Wer überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten sucht, findet sie wie in den letzten Jahren vor allem bei Rohstoffinvestments und in asiatischen Märkten. Auch deutsche Aktien sollten von einer robusten Weltwirtschaft profitieren, da sie oft exportorientiert sind. Hier sollte man nicht nur DAX-Titel wählen, weil Unternehmen aus dem MDAX unter Umständen noch interessanter sind, wenn man sein Geld vermehren möchte.
Weitere Anlagemöglichkeiten bieten Aktien von Banken und Versicherern, wie der Deutschen Bank oder der ING Group, da sie noch deutliches Aufholpotential im Vergleich zu anderen Branchen bieten. Hier belasten vor allem die hohen staatlichen Kredite, die jetzt zurückgezahlt werden müssen, doch das ist nur eine Frage der Zeit wie die Beispiele der ehemals krisengeschüttelten US-Banken zeigen. Außerdem profitieren Finanzwerte später von einer konjunkturellen Erholung als andere Branchen wie der Einzelhandel oder die Automobilhersteller.
Alles in allem ist noch Vorsicht an den Aktienmärkten geboten. Mutige Anleger nutzen den aktuellen Rückschlag, um erste Positionen aufzubauen. Da derzeit sehr viel Liquidität zur Verfügung steht und dieses Geld irgendwo investiert werden muss, sind die langfristigen Aussichten für Aktien positiv. Langfristiger Vermögensaufbau ist auch an der Börse dem schnellen und wenig einträglichen Trading vorzuziehen.
